
Die kurze Antwort
Bei uns wird in sechs Sprachen beraten und gepflegt, und zwar auf Deutsch, Türkisch, Arabisch, Polnisch, Englisch und Spanisch. Das gilt für das erste Gespräch bei Ihnen zu Hause genauso wie für die Telefonate mit der Pflegekasse.
Deutsch · Türkçe · العربية · Polski · English · Español
Warum das mehr ist als Höflichkeit
In vielen Familien, die wir versorgen, übersetzt die Tochter. Oder der Enkel, der noch zur Schule geht.
Das funktioniert, solange es um Alltagsdinge geht. Es funktioniert nicht mehr, wenn es um Schmerzen geht, um Medikamente, um eine Diagnose oder um die Frage, was jemand am Lebensende möchte. Dann sitzt ein Angehöriger da und muss Sätze übersetzen, die er selbst kaum aushält. Und wenn er ein Wort nicht kennt, entsteht eine Lücke, von der niemand merkt, dass sie da ist.
Wir nehmen den Familien diese Aufgabe ab. Nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil sie Angehörige sein sollen und nicht Dolmetscher.
Wo Sprache am meisten entscheidet
Beim Gespräch mit der Pflegekasse. Das ist der Punkt, an dem Sprache bares Geld wert ist. Wer beim Termin mit dem Medizinischen Dienst nicht genau schildern kann, wobei er Hilfe braucht, bekommt einen niedrigeren Pflegegrad. Nicht aus bösem Willen, sondern weil das Gutachten nur abbilden kann, was gesagt wurde. Wir begleiten Sie auf Wunsch zu diesem Termin und sorgen dafür, dass nichts untergeht. Wie die Begutachtung abläuft, steht im Ratgeber zum Pflegegrad.
Beim Papierkram. Bescheide, Widersprüche, Formulare. Diese Schreiben sind schon auf Deutsch schwer zu verstehen. Bringen Sie sie mit in unsere Sprechstunde am Mittwoch, wir gehen sie mit Ihnen durch.
Am Bett. Scham, Schmerz und Angst lassen sich in einer fremden Sprache schlecht ausdrücken. Viele Menschen sagen dann lieber gar nichts. Wenn jemand hereinkommt, der die eigene Sprache spricht, fällt diese Hürde weg.
Und besonders bei Demenz
Das ist der Punkt, den viele Familien nicht kommen sehen.
Bei einer Demenz geht die später gelernte Sprache meist zuerst verloren. So beschreibt es die Alzheimer’s Society, und wir erleben es regelmäßig bei Menschen, die vierzig Jahre in Deutschland gearbeitet haben und irgendwann überwiegend Türkisch, Arabisch oder Polnisch sprechen.
Ob und wie deutlich sich das zeigt, lässt sich vorher nicht sagen, weil das Alter beim Spracherwerb, die Sicherheit in der Sprache und der tägliche Gebrauch dabei zusammenspielen. Bei manchen geht überhaupt keine Sprache verloren, stattdessen laufen beide nebeneinander her und vermischen sich.
Wenn das Deutsche aber zurückgeht, bleibt es nicht beim Sprechen. Irgendwann verstehen sie es auch nicht mehr, wenn man es zu ihnen sagt. Sohn und Tochter stehen dann im Zimmer und merken, dass sie ihre Mutter nicht mehr erreichen, obwohl sie direkt vor ihr stehen.
Für eine Pflegekraft, die diese Sprache nicht spricht, wird die Versorgung an dieser Stelle schwierig. Für den Menschen im Bett wird sie einsam.
Was wir zusagen können und was nicht
Ehrlich bleiben gehört dazu.
Was wir zusagen: Sie finden bei uns immer jemanden, der Ihre Sprache spricht. Das muss nicht die Pflegekraft sein, die zu Ihnen kommt. Es kann jemand aus dem Büro sein oder unsere Pflegedienstleitung. Wenn etwas zu klären ist, ein Bescheid, ein Arzttermin, eine Frage zur Versorgung, dann bekommen Sie jemanden ans Telefon oder an den Tisch, mit dem Sie ohne Dolmetscher sprechen können. Für das Erstgespräch und für die Sprechstunde am Mittwoch richten wir das ein.
Was wir nicht zusagen: dass bei jedem einzelnen Einsatz eine Pflegekraft kommt, die Ihre Sprache spricht. Wir planen die Touren nach Stadtteilen, und niemand ist an sieben Tagen die Woche im Dienst. Wie es bei Ihnen konkret aussehen würde, sagen wir Ihnen im Erstgespräch offen.
Was dafür immer gilt: Es gibt bei uns niemanden, der Sie wegen der Sprache wegschickt. Im Zweifel rufen wir zurück, sobald jemand da ist, der Ihre Sprache spricht.
Sprechen Sie uns an, in Ihrer Sprache
Rufen Sie an unter 0209 5195 6450 und sagen Sie einfach, welche Sprache Ihnen lieber ist. Wenn gerade niemand da ist, der sie spricht, rufen wir zurück.
Weil das Gespräch nichts kostet und Sie danach zu nichts verpflichtet sind, lohnt es sich auch dann, wenn Sie noch gar nicht wissen, ob Sie überhaupt einen Pflegedienst brauchen.
Häufige Fragen
In welchen Sprachen berät Amilisa?
In sechs Sprachen: Deutsch, Türkisch, Arabisch, Polnisch, Englisch und Spanisch.
Bekomme ich eine Pflegekraft, die meine Sprache spricht?
Garantieren können wir das für den einzelnen Einsatz nicht. Garantieren können wir, dass Sie bei uns immer jemanden erreichen, der Ihre Sprache spricht, notfalls im Büro oder in der Pflegedienstleitung.
Hilft jemand beim Termin mit dem Medizinischen Dienst?
Auf Wunsch sind wir bei der Begutachtung dabei und sorgen dafür, dass nichts untergeht. Wer nicht genau schildern kann, wobei er Hilfe braucht, bekommt einen niedrigeren Pflegegrad.
Warum ist die Muttersprache bei Demenz wichtig?
Weil später Gelerntes zuerst verloren geht. Menschen, die Jahrzehnte in Deutschland gelebt haben, verlernen das Deutsche wieder, sprechen nur noch ihre Muttersprache und verstehen irgendwann auch kein Deutsch mehr.
Kostet die Beratung in einer anderen Sprache extra?
Nein. Das Erstgespräch ist in jeder dieser Sprachen kostenlos und unverbindlich.