
RatgeberAus dem Pflegealltag
Die kurze Antwort
Wenn Sie bei uns in Versorgung sind und die Arztpraxis nicht erreichen, rufen Sie uns an. Wir nehmen auf, worum es geht, und klären es mit der Praxis.
Was wir dafür brauchen, ist Vorlauf, drei bis fünf Tage. Alles darunter bekommen wir zeitlich ehrlicherweise nicht zuverlässig hin.
Warum das überhaupt ein Problem geworden ist
Vor ein paar Jahren rief man in einer Praxis an, und irgendwann ging jemand ran. Heute läuft ein wachsender Teil der Kommunikation über Portale, Rückrufsysteme und automatische Assistenten auf der Praxis-Website. Dazu kommt die Umstellung des gesamten Gesundheitswesens auf die Telematikinfrastruktur, also auf digitale Wege für Rezepte, Befunde und Nachrichten.
Für die Praxen ist das nachvollziehbar. Sie ersticken sonst im Telefon.
Für einen Menschen, der zweiundachtzig ist, ein Tastentelefon hat und dem gesagt wird, er möge doch bitte das Kontaktformular ausfüllen, ist es das Ende der Kommunikation. Das ist keine Frage von Unwillen. Diese Menschen haben ihr Leben lang telefoniert, wenn sie etwas vom Arzt brauchten.
Wir erleben täglich, dass genau an dieser Stelle Versorgung abreißt. Nicht, weil ein Arzt nicht wollte, sondern weil der Weg zu ihm zugewachsen ist.
Was wir übernehmen
Sie rufen bei uns an und sagen, worum es geht. Ein Rezept läuft aus. Der Verband sieht anders aus als sonst. Es geht um eine Überweisung, um eine Verordnung für häusliche Krankenpflege, um eine Frage zu einem Medikament, das nicht vertragen wird.
Wir nehmen die Informationen auf und kümmern uns darum. Wir sprechen mit der Praxis in der Sprache, die dort erwartet wird, und wir wissen, wie eine Verordnung aussehen muss, damit die Kasse sie nicht zurückschickt. Danach melden wir uns bei Ihnen.
Warum wir dranbleiben
Der Grund ist nüchtern. Wenn ein Rezept zwei Wochen liegen bleibt, weil niemand drankommt, dann steht am Ende eine Verschlechterung, ein Krankenhausaufenthalt oder eine Wunde, die vorher keine war. Der Aufwand, das zu verhindern, ist kleiner als der Aufwand danach.
Warum wir es nicht für alle machen können
Das ist die unangenehme Hälfte dieser Seite, und sie gehört dazu.
Wir bieten diesen Service nur für Menschen an, die bei uns in Versorgung sind. Nicht, weil wir anderen nicht helfen wollten, sondern weil es Zeit bindet, die wir nur einmal haben. Würden wir es für jeden machen, der anruft, könnten wir es bald für niemanden mehr richtig machen.
Was Sie ohne jede Bedingung nutzen dürfen, ist unsere offene Sprechstunde am Mittwoch. Da schauen wir uns Ihre Schreiben an und sagen Ihnen, wen Sie womit erreichen. Auch dann, wenn Sie nie Kunde bei uns werden.
Was das für Sie heißt
Wenn Sie merken, dass Sie in der Praxis nicht mehr durchkommen, muss das nicht Ihr Problem bleiben. Sagen Sie uns früh Bescheid, am besten drei bis fünf Tage bevor es eng wird, dann geht es fast immer gut aus.
Melden Sie sich unter 0209 5195 6450, solange noch Luft ist, damit wir die Praxis erreichen können, bevor das Rezept ausläuft.
Häufige Fragen
Übernimmt der Pflegedienst die Kommunikation mit dem Arzt?
Ja. Sie rufen an und sagen, worum es geht, wir nehmen die Informationen auf und klären es mit der Praxis. Danach melden wir uns bei Ihnen zurück.
Wie viel Vorlauf braucht ihr?
Drei bis fünf Tage. Kurzfristiger lässt sich das zeitlich nicht zuverlässig organisieren.
Gilt das auch für Menschen, die nicht bei euch in Versorgung sind?
Nein, weil es Zeit bindet, die wir nur einmal haben. Offen für alle ist unsere Sprechstunde am Mittwoch von 15 bis 17 Uhr, dort schauen wir uns Ihre Unterlagen an und sagen Ihnen, wen Sie womit erreichen.