Was in einer Übergabe steht

Pflegekraft zieht einer Seniorin auf dem Sofa einen Kompressionsstrumpf an
Was auffällt, wird nach jedem Dienst festgehalten und weitergegeben.

RatgeberAus dem Pflegealltag

Die kurze Antwort

In der Übergabe steht alles, was die nächste Schicht wissen muss, um dort weiterzumachen, wo die vorherige aufgehört hat. Die Übergabe wird nach jedem Dienst geschrieben und liegt digital in unserer Pflegesoftware, damit sie nicht an einem Zettel und nicht an einem Gedächtnis hängt.

Das ist der Grund, warum es funktioniert, wenn am Donnerstag jemand anderes kommt als am Dienstag.

Warum das die eigentliche Antwort auf die häufigste Frage ist

Die Frage, die Familien uns am häufigsten stellen, ist die, ob denn immer dieselben Leute kommen.

Fast, lautet die ehrliche Antwort. Weil ein Stadtteil bei uns in wenigen Händen bleibt, kommen über die Wochen meist drei bis fünf verschiedene Pflegekräfte zu einer Familie und nicht zehn. Aber es sind eben auch nicht immer dieselben zwei, denn Menschen haben Urlaub, werden krank und arbeiten in Schichten.

Deshalb entscheidet nicht die Zahl der Gesichter darüber, ob Versorgung gut ist, sondern was zwischen ihnen weitergegeben wird.

Was tatsächlich drinsteht

Zwei Sorten von Einträgen, und beide sind wichtig.

Das Fachliche. Wie es dem Menschen ging. Was auffiel. Worum sich die nächste Schicht unbedingt kümmern muss. Bei uns liest sich das dann zum Beispiel so:

Vitalwerte heute schlecht, wirkte dehydriert. Bitte prüfen, ob über den Tag genug getrunken wurde. Wenn nicht, Rettungswagen rufen.

Oder so:

Kleine Druckstelle am Gesäß, noch nicht offen. Bitte täglich anschauen und dokumentieren, damit daraus kein Dekubitus wird.

Das ist der Teil, der Krankenhausaufenthalte verhindert. Ein Dekubitus entsteht nicht über Nacht. Er entsteht, weil zwei Wochen lang niemand hingeschaut hat oder weil jeder dachte, der andere hätte es im Blick.

Und das Banale. In derselben Übergabe steht dann, dass in der Straße eine neue Baustelle ist, dass man von hinten besser reinkommt, oder wo seit gestern ein Blitzer steht.

Das klingt nach einem Widerspruch und ist keiner. Beides sorgt dafür, dass morgen jemand pünktlich und ohne Hetze bei Ihnen ankommt. Und eine Pflegekraft, die nicht gehetzt ist, schaut genauer hin.

Wer das schreibt und wann

Nach der Mittagsrunde kommen die Kollegen zurück ins Büro und tragen zusammen, was ihnen aufgefallen ist. Der Spätdienst liest das, bevor er losfährt, und schreibt am Abend seinerseits auf, was er gesehen hat. Am nächsten Morgen liest der Frühdienst beides, während der Kaffee läuft.

So läuft die Information einmal im Kreis, jeden Tag. Wie der Tag drum herum aussieht, steht im Beitrag Warum wir um sechs vor Ihrer Tür stehen.

Was Sie davon merken

Idealerweise nichts. Sie merken es daran, dass niemand Sie fragt, was letzte Woche war.

Wenn Sie selbst etwas weitergeben möchten, sagen Sie es einfach der Pflegekraft, die gerade da ist. Sie schreibt es auf. Sie müssen nicht im Büro anrufen und Sie müssen nicht warten, bis wieder jemand Bestimmtes kommt.

Wie viele Gesichter bei Ihnen zusammenkämen und wer davon wann käme, sagen wir Ihnen gleich im ersten Gespräch, sobald wir wissen, wo Sie wohnen und was gebraucht wird.

Häufige Fragen

Kommen bei einem Pflegedienst immer dieselben Leute?

Bei uns lernt eine Familie in der Regel drei bis fünf Kolleginnen und Kollegen kennen, weil wir die Touren nach Stadtteilen planen. Immer dieselbe Person kann kein Pflegedienst zusagen, weil Menschen Urlaub haben, krank werden und in Schichten arbeiten.

Woher weiß eine neue Pflegekraft über mich Bescheid?

Aus der Übergabe. Sie wird nach jedem Dienst geschrieben und liegt digital in der Pflegesoftware. Darin steht, wie es Ihnen ging, was auffällig war und worum sich die nächste Schicht kümmern muss.

Was steht in einer Pflegeübergabe?

Fachliches wie Vitalwerte, Auffälligkeiten oder eine beobachtungsbedürftige Druckstelle, und praktische Hinweise wie Baustellen oder geänderte Zufahrten.

Muss ich Informationen selbst im Büro melden?

Nein. Sagen Sie es der Pflegekraft, die gerade bei Ihnen ist, sie schreibt es in die Übergabe.

Wie oft wird die Übergabe geschrieben?

Nach jedem Dienst. Der Spätdienst liest, was der Frühdienst notiert hat, und der Frühdienst am nächsten Morgen beides.

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