
RatgeberAnträge und Leistungen
Das Pflegegeld bleibt zum Teil bei Ihnen
Viele Familien gehen davon aus, dass mit dem Pflegedienst das Pflegegeld wegfällt. Es wird weniger in dem Maß, in dem Sie den Dienst nutzen. Der Rest bleibt bei Ihnen.
Für 2027 plant die Bundesregierung ein höheres Pflegegeld, bei Pflegegrad 2 zum Beispiel 380 statt 347 Euro. Die geplanten Beträge für alle Pflegegrade zeigt der Ratgeber zur Pflegereform 2027.
Drei Wege
Pflegegeld bekommen Sie, wenn Angehörige oder Bekannte die Pflege übernehmen. Das Geld geht auf Ihr Konto, und wofür Sie es ausgeben, müssen Sie niemandem nachweisen.
| Pflegegrad | Pflegegeld im Monat |
|---|---|
| 1 | kein Pflegegeld |
| 2 | 347 € |
| 3 | 599 € |
| 4 | 800 € |
| 5 | 990 € |
Pflegesachleistung heißt, ein Pflegedienst kommt und rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Das Geld läuft an Ihnen vorbei.
| Pflegegrad | Sachleistung im Monat |
|---|---|
| 1 | keine Sachleistung |
| 2 | 796 € |
| 3 | 1.497 € |
| 4 | 1.859 € |
| 5 | 2.299 € |
Kombinationsleistung mischt beides. Der Pflegedienst übernimmt einen Teil, die Familie den Rest, und das Pflegegeld läuft anteilig weiter.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir Pflegegrad 2, die Familie pflegt selbst und möchte zweimal in der Woche Hilfe beim Duschen.
Das sind acht Einsätze im Monat. Mit der Hausbesuchspauschale je Besuch kostet das rund 280 Euro. Vom Sachleistungsbudget mit 796 Euro ist damit gut ein Drittel verbraucht.
Es bleiben etwa 65 Prozent des Pflegegeldes, rund 225 Euro gehen weiter auf Ihr Konto.
Der Kostenvoranschlag kommt vor dem ersten Einsatz
Bevor die Versorgung beginnt, bekommen Sie den Kostenvoranschlag. Darin steht, welche Leistungen wir vorschlagen, wie oft wir kommen, was die Kasse trägt und was offen bliebe.
Wir schlagen vor, was pflegerisch notwendig ist, und rechnen nur das ab. Meistens bleibt dann ein Teil des Pflegegeldes bei Ihnen, und ein Eigenanteil entsteht nicht.
Was viele übersehen
Zu jedem Einsatz gehört eine Hausbesuchspauschale, einmal je Besuch, unabhängig von der Zahl der Leistungen. Wer nur die einzelnen Leistungen zusammenrechnet, kommt auf einen zu niedrigen Betrag.
Der Entlastungsbetrag kommt obendrauf. 131 Euro im Monat ab Pflegegrad 1, zusätzlich zu allem oben. Wofür er gilt, steht im Ratgeber zum Entlastungsbetrag.
Bis zu 40 Prozent der Sachleistung lassen sich in Angebote zur Unterstützung im Alltag umwandeln. Wer bei der Körperpflege zurechtkommt und Hilfe im Haushalt braucht, fährt damit oft besser.
Legen Sie sich auf einen festen Prozentsatz fest, gilt der sechs Monate. Im Regelfall rechnet die Kasse das anteilige Pflegegeld Monat für Monat aus dem, was tatsächlich angefallen ist. War im Juli mehr nötig als im Juni, verschiebt es sich von selbst.
Krankenkasse und Pflegekasse sind zwei verschiedene Töpfe. Was die Arztpraxis verordnet, also Medikamente stellen, Spritzen, Verbände und Kompressionsstrümpfe, läuft über die Krankenkasse und lässt Ihr Pflegegeld unberührt.
Rechnen Sie es mit uns durch
Sie müssen nichts vorbereiten und nichts unterschreiben. Wir setzen uns an Ihren Tisch, schauen, was gebraucht wird, und rechnen die drei Wege gegeneinander. Danach wissen Sie, was übrig bleibt.
Rufen Sie an unter 0209 5195 6450, dann machen wir einen Termin aus.
Häufige Fragen
Bekomme ich noch Pflegegeld, wenn ein Pflegedienst kommt?
Ja, anteilig. Nutzen Sie 30 Prozent des Sachleistungsbudgets, bleiben 70 Prozent des Pflegegeldes.
Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?
347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5.
Was ist Kombinationsleistung?
Die Mischung aus Pflegedienst und eigener Pflege. Der Pflegedienst rechnet seinen Teil mit der Pflegekasse ab, das restliche Pflegegeld geht auf Ihr Konto.
Muss ich mich sofort entscheiden?
Nein. An ein fest gewähltes Verhältnis von Pflegegeld und Sachleistung sind Sie sechs Monate gebunden. Im Regelfall wird der Anteil Monat für Monat aus dem berechnet, was tatsächlich abgerechnet wurde.
Zahlt die Krankenkasse oder die Pflegekasse?
Beides, je nach Leistung. Ärztlich verordnete Behandlungspflege zahlt die Krankenkasse und mindert Ihr Pflegegeld nicht.